Sarah Effenberger — Fomme

.

›FOMME‹ // DESIGNTRANSFER 2015

“I had a romance novel inside me, but I paid three sailors to beat it out of me with steel pipes.” P.Oswalt

Kollektion „FOMME“

Wieso ist es einem Mann in der heutigen emanzipierten und aufgeklärten Welt immer noch so fremd sich sinnlich zu zeigen?

Es gibt gewisse gesellschaftlich anerzogene augenscheinliche Garderobenregeln, doch halten beide Geschlechter stets fest an der Vorstellung, dass die männliche Silhouette Seriosität ausstrahlt. Auch wenn eine gewisse Erotik und ein wenig Spaß am sich Kleiden in der Herrenmode erkennbar ist, ist der Spielraum doch sehr klein. Die Frau lebt noch heute alle Facetten der Mode aus, während der Mann Angst hat, dabei seine männliche Würde zu verlieren.  Die letzten Jahrzehnte haben gezeigt, dass eine Frau auch führend und stark ist, im Moment lernen wir im Dialog dazu, dass auch der Mann sensibel, schwach und sinnlich sein kann. Die Mode hinkt dieser Erkenntnis in der Masse sehr nach.

Zeitgenössisch ist ein Wandel erkennbar, ein Wunsch den Mann anders und neu darzustellen. Er ist wie eine neue Leinwand auf welcher man neues ausprobieren kann und der gesellschaftliche Wandel ist die Voraussetzung  dafür, dass dies zugelassen wird.

Mit meiner Kollektion möchte ich einen Anstoß geben, den Mann aus seinem festgefahrenen Bild zu befreien, und zu beweisen, dass auch ein geschmückter Mann männlich aussehen kann, sinnlich, ohne lächerlich zu sein. Es liegt mir fern ihm Frauenklamotten überzuziehen und zu erwarten, dass sich der Blick auf ein solches Objekt mit einem Moment verändert. Auch ich halte trotz meiner Experimentierfreudigkeit an gewissen konservativen Sichtweisen fest. Meine Intention ist es lediglich zu spielen und die Geschlechtergrenzen somit ein wenig aufzurütteln. Ziel ist es eine ausgewogene Reaktion an Verwirrung und Akzeptanz zu stiften, einen Eindruck, welcher auf den ersten Blick verwundern mag. Das Bild des Mannes verändert sich und ich hoffe es dauert nicht mehr lange, da wird meine Kollektion keine beachtenswerte Reaktion mehr hervorbringen, sondern als “normal” gesehen werden.

Unisex „FOMME“

“Fomme” entstand auch mit einem Bedürfnis ein neues Unisex Konzept auf den Markt zu bringen. In der Rolle des emanzipierten, weiblichen Konsumenten von Mode passiert es mir häufiger, dass ich die Kollektionen von Herrendesignern für mich spannend finde, spätestens beim Kauf scheitere ich allerdings häufig an der Herrenkonfektion.

Mein zukünftiges Vorhaben ist es Unisex Kollektionen zu gestalten, welche von der Männerlinie ausgehen, die nicht in “one size” Größen angeboten werden, sondern in den gängigen internationalen Herren- aber auch Frauengrößen. Es geht mir eben nicht, wie den üblichen Unisex Labels, darum, eine neutrale androgyne Form zu finden, die aufgrund der Unterschiede in den Körperformen, meist zu Körper negierenden Silhouetten tendiert, ich möchte trotz Gleichmachung des Stils auf die Körperformen eingehen. Im Vordergrund steht die Möglichkeit sich als Mann als auch als Frau an einer Linie bedienen zu können, ohne jegliche Kompromisse eingehen zu müssen, da die Passform an den jeweiligen Körperformen durch die richtige Schnitttechnik angepasst wird.

Betreut von: Prof. Wowo Kraus // KM Lars Paschke

Kontakt: hallo@saraheffenberger.de // www.saraheffenberger.de

Fotos: Elizaveta Porodina

Hair &MakeUp: Selina Reimann

Model: Tomek @ vivamodels

.

 

Foto: Steven Kohlstock — Models: Nik Mantilla, Pudel Albert

Foto: Steven Kohlstock — Models: Nik Mantilla, Pudel Albert

.

›Fomme‹ // Rundgang 2015

 

»I had a romance novel inside me, but I paid three sailors to beat it out of me with steel pipes.«

— P. Oswalt

.

IMG_0125

Foto (1)