X-Fach | SS 2013

how to make a product…once, twice, nice

Ein wesentliches Motiv im Design ist Multiplikation.
 Die Objekte, die in unseren UdK-Werkstätten gefertigt werden, 
kommen allerdings meist über die Modell- oder Prototypen-Stadien 
nicht hinaus und bleiben Unikate. 

Geht es jedoch um serielle Herstellung, 
gelten schon ab Stückzahl 2 besondere Ansprüche 
an die exakte Wiederholbarkeit, Taktung und Effizienz 
bis hin zur Eleganz der jeweiligen Prozess-Schritte. 

Das bleibt natürlich nicht ohne Einfluß auf das Produkt selbst, was im besten Fall zur Entwicklung stimmiger Wechselwirkungen der 
stofflichen, ästhetischen, ökonomischen und ökologischen Qualitäten 
von Prozess und Produkt führen sollte. 

Längst nutzt Customizing gezielte Eingriffe in standardisierte Routinen 
zur Variantenbildung und geht einher mit Production-on-Demand, 
was schnelle, meist digital gestützte Rüstzeiten und einen optimalen Flow 
der benötigten Materialien und Bauteile erfordert. 

Der Traum vom fab@home-Printer, der uns den Download im Kopf-Umdrehen 
als fix&fertiges Produkt unter dem Schreibtisch hervorzaubert, 
beschleunigt sich zusehens, auch wenn er die Vielfalt der 
Material-Qualitäten klassischen Ursprungs nicht 
im Ansatz wird abbilden oder gar erzeugen können. 

Post-Industrielle Strategien wie die lokale Veredlung 
global erzeugter Halbfabrikate können durch Digitalisierung 
und Rapid-Tooling immer preis/leistungs-fähiger und bedarfs-näher werden. 
Die Industrie richtet sich derweil darauf ein, 
breitere Angebote an Halbzeugen und ihren Varianten 
auch schon in kleineren Margen anzubieten, 
um diesen Markt mitzuentwickeln. 

In einer experimentellen Kooperation mit Modulor/Berlin, Spezialist 
für eine weitreichende Range global gehandelter Halbfabrikate und Materialien, 
wollen wir, ausgehend vom Zusammenspiel dortiger Materialien und Halbzeuge und 
vor dem Hintergrund der Reflektion zeitgenössischer Wertschöpfungs-Strategien 
Veredlungsprozesse entwerfen und die Potenziale daraus zu entwickelnder Produkte 
und Anwendungen ausloten. 

Hierbei stellt sich also nicht ein vorgegebener Nutzen der Dinge in den Vorder­grund, 
von dem aus dann im klassischen Design­prozess die notwendigen Konstruktionen 
und ihre Materialien generiert werden. 

Vielmehr wählen wir den Luxus experimenteller Anwendungs­forschung, 
um aus phantastischen Material-Konstellationen und kalkuliert provozierten Wechsel­­wirkungen 
gezielte Manipulationen für und als Herstellungsprozesse zu kultivieren.

 

Projektbetreuung:
Prof. Axel Kufus
KM Hanna Wiesener
KM Christian Zöllner
Lehrbeauftragter: Moritz Kassner

Gäste: Klaudia Kruse, Jörg Höltje