Ausschreibung: Master Design 2017/2018

Der Bewerbungsaufruf für das Wintersemester 2018/19 wird am 1.2. 2018 veröffentlicht.

 

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Call for Application 2017
Alle Master-Interessierte finden ab sofort unter folgendem Link die MA 2017_Ausschreibung
Bewerbungszeitraum ist der 1.-31.3. 2017.

AUFNAHMEVERFAHREN MA DESIGN:

Bis spätestens 31.03. ist die schriftliche Bewerbung mit dem Anmeldeformular und den angeforderten Unterlagen vorzunehmen.
Weitere Informationen finden Sie hier: Bewerbung MA Design
Das Formular für die Anmeldung finden Sie hier: Online Formular zur Bewerbung
Mai: Einladung zum Auswahlgespräch
31.5.17/1.6.17: Auswahlgespräche an der UdK Berlin
Juli: Benachrichtigung

Für Rückfragen und weitere Informationen melden Sie sich gern unter: master-design@udk-berlin.de
Bitte beachten Sie das bezüglich der Bewerbung für den Master keine Mappenberatungen angeboten werden.

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TOUCH ME, TOUCH ME NOW.
AFFEKT UND DESIGN

1 – CALL FOR APPLICATION

Wir leben in einer Gesellschaft, in der das Scheitern, komplexe Verhältnisse zu verstehen, seinen Ausweg in Affekten zu finden scheint. Angst, Begeisterung, Empathie. In Echoräumen und gegenseitiger Meinungsbestärkung, in schwarmhaften Bewegungen innerhalb von Informationsnetzen, in Verweisen und Verlinkungen, im Like und in den Artikelüberschriften auf unserem Newsfeed bewegen wir uns affektiv. Freude, Verzweiflung, Wut. Ist die Welt zu groß, um sie zu nur zu denken? Entgegen Descartes „cogito ergo sum“, können wir davon ausgehen, dass Erkenntnisse nicht nur auf gedanklichen Prozessen basieren, sondern unsere Emotionen einbinden. Ich fühle, also bin ich. Ekel, Interesse, Scham.

Ist die starke Hinwendung zu den Affekten ein Resultat der möglicherweise die Affekte unterdrückenden Leistungsgesellschaft? Welche Aufmerksamkeit möchte man diesen Affekten schenken? Sie entlarven, unterwandern, zu Nutze machen? Das Vermögen, betroffen zu sein und auf einen Anderen zu wirken setzt Offenheit voraus, braucht Bewegung und Begegnung. Welche Konsequenzen ergeben sich aus Stimmung, Gefühl und Affekt? Teilhabe, Impasse, Korruption? Welche persönlichen emotionalen Situationen werden durch herrschende Strukturen ausgelöst? Wie motivieren sie den Gestalter? Unangenehme Gefühle können Möglichkeitsräume sein, in denen sich Verbündete finden.

Wie verhält sich das Design dazu?

Sinnlichkeit, Attraktion und Provokation sind ästhetisch vermittelt – über Berührungspunkte, Reibung oder Reaktion. Ihre Gestaltbarkeit durch Oberfläche, Konstruktion, Materialität und Interaktion erfordert das Fingerspitzengefühl von Designern. Im kommendem Master wollen wir weiter gehen und die Einbeziehung des Affektiven im Design auch hinsichtlich seiner Ziele,  Möglichkeiten und Gefahren untersuchen.

In dem einjährigen Masterprogramm sollen Ratio und Emotio in ihrer Wechselwirkung auf das Design, persönliche Gefühle auf ihr Potential, radikale Veränderungen hervorzurufen und die Ökonomie der Aufmerksamkeit auf ihr Verhältnis zu komplexen Abläufen betrachtet werden. Es wird ein Forum für die experimentelle, konzeptionelle, gestalterische und technische Entwicklung von Objekten, Kollektionen, Produkten, Verfahren und Szenarien geboten werden. Die Masterarbeit wird in experimentellen Untersuchungen über diverse Modellstadien prototypisch entwickelt und sowohl methodisch als auch theoretisch reflektiert.

Orientierung für das eigene Mastervorhaben bieten Beobachtungen und Erfahrungen in Ästhetik, Gesellschaft, Philosophie, Technologie und Ökonomie. In dem eingereichten Masterexposé soll das Selbstverständnis des Bewerbers sichtbar werden und Fragestellungen, die relevant für die persönliche Praxis und für den Diskurs um den Begriff des Affekts sind, vorgestellt werden.

2 – PROGRAMM

Kooperative Autorenschaft

Das Design-Master-Programm der UdK will die Studierenden individuell in ihrer Entwicklung zu einer kreativen und weitsichtigen Autorschaft fördern. Die Kompetenz zur interdisziplinären Kooperation soll gestärkt und erprobt werden, die Qualitäten im Einsatz von Methoden und Tools ausgeweitet und geschärft. Durch die Mitwirkung am kritischen Diskurs des Master-Programms soll das Vermögen wachsen, Theorie- und Praxisfelder in der Projektarbeit vielfältig und gezielt zu verknüpfen.

Das Master-Thema als Ausgangspunkt, Diskurs, Verknüpfung, Schlussakkord

Das jährliche Master-Thema bietet einen gemeinsamen Ausgangspunkt, der durch die Konzeption des eigenen Entwicklungsvorhabens individuell interpretiert werden kann: als Inspiration, Fragestellung, Programm, Leitfaden, Zielstellung.

Das Master-Thema sucht den intensiven Austausch zwischen Theorie und Praxis, um durch die Spannungsfelder zwischen analytischen und experimentellen, planerischen und spekulativen, wissenschaftlichen und künstlerischen Prozessen die Qualität der

Projektentwicklungen und Interaktionen zu fördern.

Im Laufe des Studiums wird das Master-Thema durch die gemeinsame Diskussion entfaltet und verknüpft sich mit den Fragestellungen und Erfahrungen, die von den individuellen Projektvorhaben ins Spiel gebracht werden. Angereichert mit diesen Interaktionen und Reflektionen wird das individuelle Projekt zur Master-Thesis entwickelt, die schließlich in eine gemeinsame Abschluss-Präsentation und -Publikation eingeht.

Das individuelle Projekt im Zentrum des Studiums

Das eigene gestalterische Entwicklungsvorhaben steht im Zentrum des Master-Studiums. Ausgehend von der ursprünglichen Projektskizze werden Phasen der inhaltlichen und prozessualen Entwicklung konzipiert, umgesetzt, erprobt und zur Debatte gestellt. Abhängig von den individuellen Themen werden die Mentoren und Ateliers zugeordnet, um bestmögliche Betreuung und Umgebung zu ermöglichen. Die individuelle Arbeit wird durch die Ateliergemeinschaften, Kolloquien und Diskurse von den Inhalten und Prozessen der anderen Teilnehmer profitieren und selbst den multiperspektivischen Austausch bereichern.

3 – STRUKTUR UND AUFBAU

Der einjährige Master-Studiengang bietet ein Atelier-Studium, das die Entwicklung persönlicher Autorschaft in Verbindung mit der Stärkung kooperativer Fähigkeiten und reflektiver Kompetenzen fördert.

Das Master-Thema bildet den Ausgangspunkt sowohl für die individuellen Projekt-Entwicklungen als auch für den gemeinsam geführten Diskurs, der die wesentlichen Wechselwirkungen zwischen Theorie und Praxis erzeugen und zusätzlich Synergien unter den individuellen Projekten ermöglichen soll.

Das Master-Programm begleitet und unterstützt die individuellen Entwicklungsvorhaben inhaltlich, methodisch, technisch und organisatorisch.

Es mündet in einer kooperativ konzipierten Präsentation und Publikation der individuellen Projekte im Kontext des geführten Master-Diskurses. Die Master-Ateliers mit den Schwerpunkten Mode-Design und Produkt-& Prozessgestaltung bestehen aus jeweils

bis zu 15 Teilnehmern.

Die Master-Kolloquien dienen dem Austausch und Diskurs von Inhalten, Ergebnissen und Positionen.

Die Master-Seminare dienen der Qualifizierung des selbstständigen wissenschaftlichen und künstlerischen Arbeitens und zur Vertiefung der fachlichen Fragestellungen. Ein Bezug zu den Studienprojekten ermöglicht die Aufbereitung und Anwendung theoretischer Inhalte im Entwurf.

Werkstätten und Labors können von den Studierenden nach speziellen Einweisungen für ihre Arbeiten genutzt werden.

Lehrende Master-Atelier Entwurf:

Prof. Carolin Lerch (Mode-Design)
Prof. Axel Kufus (Produkt- und Prozessgestaltung)
KM Lars Paschke, MA (Mode-Design)
Prof. Burkhard Schmitz (Produkt- und Prozessgestaltung)
KM Johanna Schmeer, MA (Produkt- und Prozessgestaltung)
KM Hanna Wiesener, Dipl. Des. (Produkt- und Prozessgestaltung)

Lehrende Seminare:

Prof. Dr. Kathrin Busch (Design-Theorie)
Prof. Dr. Ingeborg Harms (Mode-Theorie)
Prof. Dr. Gesche Joost (Designmethoden)
Prof. Jozef Legrand (Bildende Kunst)
Prof. Holger Neumann (Technologie)

Weitere Informationen zur Studien- und Prüfungsordnung MA Design sowie zum Modulplan stehen hier als download bereit: www.design.udk-berlin.de/studienberatung/