Globale Moderne – lokale Modernismen

(SESC Pompéia, São Paulo, Foto: Sophia Prinz)

Die Moderne ist kein westliches Exportprodukt, wie es die Sozial- und Geschichtswissenschaften lange annahmen. Sie muss stattdessen als das Ergebnis einer jahrhundertealten Verflechtungsgeschichte angesehen werden: Ohne die globalen Handelsbeziehungen und Migrationsbewegungen sowie die gewaltsame Kolonialisierung weiter Teile der Erde wäre eine Modernisierung in Europa nicht denkbar gewesen.

Zudem haben sich parallel und in Verbindung mit den europäischen Entwicklungen überall auf der Welt – wie etwa Brasilien, Japan, Indien oder den afrikanischen Staaten – lokal spezifische Formen der Moderne herausgebildet. Welche Gestalt die Moderne dabei annimmt, hängt nicht nur von der sozialen Ordnung der jeweiligen Gesellschaft ab, sondern auch von ihrer materiellen und visuellen Kultur. Die globale Moderne kennt mit anderen Worten viele lokale Modernismen.

Das Seminar untersucht das Phänomen der „globalen Moderne“ somit auf zwei Ebenen: zum einen lesen wir programmatische Texte aus Sozialwissenschaft, Postcolonial Studies und Global History und zum anderen analysieren wir anhand ausgewählter Fallbeispiele, wie gesellschaftliche Modernisierung und ästhetischer Modernismus miteinander korrelieren.

Seminarleitung:  Prof. Dr. Sophia Prinz 

Kulturwissenschaften, M.A. 

Donnerstag 14-16 Uhr, GRU 311

!!ACHTUNG!! Wegen Krankheit wird die erste Seminarsitzung erst am 25.10. stattfinden!