Anna Sophie Goschin

 

Untitled | Master 2017

Mit meinem Projekt versuche ich meine Vision von Mode als Teil komplexer Beziehung von Konstitution und Ausdruck des Selbst zu visualisieren.

Grundlage bildet die Annahme, dass dieses je individuelle Selbst aus verschiedensten Aspekten, Einflüssen und Selbstwahrnehmungen besteht. Dabei ist es niemals konsequent und konstant, weder zu einem Zeitpunkt noch über einen Zeitraum hinweg. Was das persönliche Subjekt auszeichnet sind Eigenschaften der Veränderung, Vielfältigkeit und Widersprüchlichkeit.

An dieser Stelle muss gesagt werden, dass ich mich nicht dem Versuch aussetzen möchte Subjekte zu definieren und so ihre Vielfältigkeit aufzuzeigen, sondern im Gegenteil möchte ich die Irrelevanz und Unmöglichkeit dieses Definierens hervorheben. Wir selbst sind immer nur die Andeutung unserer Selbst.

Die Grundlage meiner Arbeit bildet immer der weibliche Körper. Hier allerdings nicht als fertiges, sondern als werdendes Element, da dieser Körper ein physischer Aspekt des Subjektes ist.

Um dies zu verdeutlichen untersuche ich Körperlichkeit in Bewegung, in Form performativer Aktzeichnungen wie auch in Verbindung mit Textil in Form eines experimentellen Videos. Das Ergebnis sind Andeutungen von Körper und Bekleidung welche diese jedoch nie klar definieren. Mein Ziel soll es also sein, einige ambivalente Momente von Subjektivität in Mode und Textil zu visualisieren. Der Trägerin wie auch allen Beteiligten des Designprozesses soll dadurch die je individuelle Möglichkeit gegeben werden, das Selbst zu einem interaktivem Ausdruck zu verleiten. Gerade die Fokussierung auf die Rolle der Bewegung symbolisiert dabei die unüberwindbare Veränderlichkeit der jedes Subjekt unterworfen ist. Die aus dem Konzept entwickelten Designs und Silhouetten sind daher darauf ausgelegt, alltägliche Dynamik zu unterstützen und in Bewegung versetzt zu werden. Die Mode soll so die starren Formen der Definierung aufbrechen und die ambivalenten Prozesse des Subjekts aufzeigen und ermöglichen.