Luisa Rubisch und Rasa Weber

 

UN/BUILDING. A material research on demolition waste | Master 2017

In naher Zukunft wird einer unserer meist genutzten Rohstoffe zur Neige gehen. Die Erfindung des modernen Betonbaus hat zunächst ungeahnte Möglichkeiten in der zeitgenössischen Baukultur eröffnet. Allein in Deutschland kommen heute mehr als 26,7 Mio Tonnen Beton pro Jahr zum Einsatz. Beton = Kies + Zement + Sand. ‚Peak Sand‘
– die Erschöpfung unserer natürlichen Sandvorkommen – ist aufgrund unseres urbanen Städtebaus zu einem relevanten globalen Problem geworden. Gleichzeitig werden in Deutschland immer noch jährlich über 192 Mio Tonnen Abfall durch den Abriss alter Gebäude produziert. Historische Ziegel, Asphalt und Beton verwandeln sich in unsichtbaren, anonymen Schotter, der seine lokale Identität als ehemals bewohntes Gebäude einbüßt, um im Regelfall auf unseren städtischen Deponien als ‚Urbaner Abfall‘ zu enden. Wenn sich unsere natürlichen Sandvorkommen langsam erschöpfen, müssen wir uns fragen, wie wir neue Anwendungen für diesen verbliebenen ‚Abfall‘ finden können.
 Wie können wir einen Nutzen aus dem übrig gebliebenen Stückwerk unserer Städte ziehen – auf ökologische, wie auch auf kulturelle Art? Welche Wege erschließen sich, wenn wir versuchen den Materialzyklus urbaner De/Konstruktion erneut zu schließen? Als Designer sehen wir den Akt der Zerstörung als ein kreatives Moment. Wie können wir um den Begriff ‚un/building‘ – dem Abtragen und Abreißen urbaner Landschaften
– neue kreative Techniken entwickeln? Wie können wir neue Formen des Bauens aus unseren alten urbanen Spuren entwickeln?