Ropery | Louis Bindernagel

Ropery

Als ich erfuhr, dass das Love School-Projekt mit einer Schule in einem der größten Slums von Nairobi, Kenia, stattfindet, wusste ich: Ich möchte mein Projekt auf das Upcycling konzentrieren, den Müll, welcher die Schule und Gemeinde umgibt wiederverwenden und in etwas nützlich umsetzen.

Ich begann zuerst mit der Erforschung traditioneller afrikanischer Handwerkskunst und fand sehr bald die Korbwebtechniken, die mich beeindruckten und ich wollte in dieser Richtung weiter arbeiten. Ich musste ein Material finden, um Seile zu produzieren, ich wusste, dass alte Plastiktüten ein großes Problem sind und viele in der Umgebung der Schule herumlagen. Daraufhin fing ich an mit Plastiktüten, die ich bei mir und Freunden zuhause fand, zu experimentieren. Kurz darauf entwarf ich eine Seildrehmaschine, die es mir möglich machte aus langen Streifen, die ich aus den Plastiktüten schnitt, stabile Seile herzustellen.

Als Segler habe ich alles über traditionelle Knotentechniken als Kind gelernt, und ich merkte schließlich, dass ich zu diesen grundlegenden, ursprünglichen Weisen der Seilverarbeitung zurückkehren musste um ein zufriedenstellend Endprodukt zu entwerfen. Ich begann größere Einkaufstaschen zu produzieren um die Techniken, Formen und Stile zu verstehen, welche ich dann auf meine endgültigen Modelle anwendete. Diese wurden dann in kleinere, an der Wand hängende Körbe zum Lagern von allen möglichen Objekten abgewandelt, die nicht nur stilvoll, sondern auch ausdauernd und wasserfest sind, daher können sie überall von der Küche, über den Flur zum Bad, als Behälter für alle möglichen Gegenstände und Lebensmittel verwendet werden.

 

Nach einem langen experimentellen Prozess glaube ich, dass ich einen Weg gefunden habe, Design und Up-Cycling in diese Seile zu integrieren, und ich freue mich darauf, mehr und verschiedene Produkte mit ihnen zu kreieren. Deshalb betrachte ich die Seile als einzelne Produkte, die Ropery und die Körbe als eine ihrer Zweige.

Während meiner Arbeit, habe ich mich sehr mit unserer “Waste-Culture” beschäftigt und mein Projekt bekam eine kritische Angelegenheit für mich, durch die ich hoffe mich selber und andere darüber nachdenken zu lassen, bewusster Dinge zu kaufen und weniger zu verschwenden.