Sang Durci | Paulina Heinz

 

Sang Durci – Gehärtetes Blut

Blut als Nebenprodukt jeder Schlachtung ist mit einem starken negativen Stigma behaftet. Während wir täglich Fleisch konsumieren, erfüllt Blut viele Menschen mit Ekel. Dass es ein Teil unserer Lebensmittelindustrie ist und sogar als Nahrungsmittel fungieren kann, ist in Vergessenheit geraten. Wie können wir diesen Konflikt aufzeigen und Blut wieder in unsere Essrituale eingliedern?

Sang Durci besteht aus einem 2:1 Verhältnis von getrocknetem Schweineblut und Sägemehl. Das Blut agiert hierbei als Bindemittel. Das Rezept, sowie der Name ist hierbei von dem 1855 durch Francois Charles Lepage erfunden und patentierten Bois Durci abgeleitet.

Dieser Kunststoff geriet durch die Einstellung der Produktion, sowie durch die Popularität anderer, synthetischer Kunststoffe in den letzten Jahrzehnten in Vergessenheit.

Sang Durci greift den Gedanken der Verwendbarkeit von Blut als Rohstoff wieder auf und kombiniert ihn mit der Fragestellung, warum Blut – ganz im Gegensatz zu dem Fleisch das es durchfließt – mit einem negativen Stigma behaftet ist. Wenn wir uns überwinden, es als Teil der Viehhaltung und -Schlachtung und somit unserer Ernährung verstehen, können wir vielleicht seinen Wert erkennen. In diesem Beispiel ist Sang Durci daher als Besteck-Set ausgestellt.

Prozess