5 Grad – Einführung in Kunststoffspritzguss

SEIFE

In Zeiten einer essentiell notwendigen Handhygiene spielt das Thema Seife und Händewaschen eine sehr wichtige Rolle in unser aller Leben. Die alltägliche Handhygiene ist zu einem sorgsam einstudierten Ritual geworden. Ein gründliches Händewaschen hilft die Verbreitung von Viren einzudämmen und bietet zudem individuellen Schutz. Auch hat die wachsende Kritik am stetig steigenden Kunststoffverbrauch zur verstärkten (Rück-) Besinnung vieler Menschen zu festen Waschstücken geführt. Die Flut von Kunststoffverpackungen für Flüssigseife wird zunehmend als ärgerlich und unangemessen empfunden. Der großen Vielfalt an Seifeninnovationen folgte jedoch eine bescheidene Entwicklung von angemessenen Ideen, die der Seife ein ebenbürtiges und passendes Zuhause liefern – wie die gute alte Seifendose oder Seifenschale. Die Studierenden des vierten Semesters Produktdesign haben sich mit diesem „Zuhause“ des Seifenstücks intensiv auseinandergesetzt und haben im Kontext der Beschränkungen einer Herstellungstechnologie Seifenbehälter und Ablagen entworfen. Zudem haben sie die Voraussetzungen für eine Serienproduktion ihrer Entwürfe entwickelt und in einen virtuellen Werkzeugbau überführt.

Aufgabe: 5 Grad – Einführung in Kunststoffspritzguss

Kunststoffspritzgussteile haben für Produktdesigner eine besondere Bedeutung – ein großer Teil der aktuellen Produktwelt besteht aus Kunststoffen. Wegen dieser großen Bedeutung dieser Werkstoffgruppe ist es besonders wichtig, die essentiellen Parameter dieser Technologie zu kennen und zu beherrschen. Aufgabe für die Studierenden war der Entwurf einer Aufbewahrungs- bzw. Ablagemöglichkeit für ein festes Seifenstück. Die Entscheidungen über Konzept, Funktion und Form standen den Studierenden frei – die Einhaltung der Fertigungsparameter war verpflichtend. Parallel zur Design- und Konstruktionsentwicklung des Objekts hatten sie die Aufgabe eine passende Spritzgussform für ihren Entwurf zu konstruieren. Dafür war die Einhaltung folgender Parameter zwingend notwendig:

– Zweiteilige Gussform ohne Hinterschneidungen und Formelemente, die ein mehrteiliges Werkzeug zur Folge hätten
– Gleichbleibende Materialstärke des Entwurfs, um sichtbare Fehlstellen durch Materialanhäufungen im Kunststoff zu vermeiden
– Ausreichende Formschrägen zur fehlerfreien Entformung des Werkstücks – zu berücksichtigen war eine Entformung von 5 Grad
– Sinnvoll angelegte Trennlinie der Gussform
– Wahl eines sinnvollen Angusspunkts, einer Formentlüftung sowie Berücksichtigung des Materialflusses beim Spitzguss

Begonnen wurde das Seminar mit der Entwicklung einer gemeinsamen Mindmap, in der mögliche Potentiale und Entwurfsfelder visualisiert wurden. Der gesamte Verlauf des Seminars fand online statt. Parallel zum Seminar wurden den Studierenden die notwendigen Software-Kenntnisse zur digitalen Konstruktion ihrer Entwürfe vermittelt.