fixperts in quarantine, basisprojekt 2020

Basisprojekt Produkt 2. Semester BA, Sommer 2020

Die aktuelle Corona-Pandemie und die damit verbundenen Maßnahmen zur Eindämmung bzw. Verlangsamung der Verbreitung führen zu teilweide völlig neuen individuellen und kollektiven Erfahrungen in einer schlagartig veränderten Gesellschaft.

Was bisher selbstverständlich war, ist plötzlich auf unabsehbare Zeit stark eingeschränkt oder unmöglich gemacht. Bei Verdacht auf Ansteckung mit dem Virus begibt man sich in Quarantäne, unter LockDownRegeln oder Ausgangssperre sieht man sich mehr oder weniger zuhause eingesperrt.

Die Design-Bewegung fixperts (http://fixing.education/about) generiert und kultiviert „experts in fixing“. Funktioniert etwas nicht mehr, ist es kaputt, kann es repariert werden. Passen Dinge/Umstände nicht (mehr) zum Menschen, so kann der fixpert dort vermitteln, eine Lösung herbeiführen, helfen und auch initiieren, inspirieren.

In der aktuellen Krise funktioniert vieles nicht mehr oder nicht wie bisher, im gewohnten Verhältnis von Mensch und Umwelt, Mensch und Handlung gibt es viele Störungen, man ist von Ressourcen abgeschnitten – auch in diesem Basisprojekt, denn es ist untersagt, daß sich die Kursteilnehmer*innen im Projektraum der Uni treffen, dort an öffentlichen Orten – den Werkstätten, im Hof, der Cafeteria etc. mit anderen Menschen zusammen arbeiten, präsentieren und besprechen.

Stattdessen sitzt jede*r zuhause und ist im Online-Semester – diese Situation machen wir zum fixpert-Projekt.

Was passiert dort, was ist anders, was ist neu, was fehlt, was nervt, was gefällt, wie verändert sich die Wahrnehmung des Zuhause-Seins – der Räume, des Selbst, der Anderen, der Welt draußen? Jede*r im Projekt wird nun zum „fixpert“ in eigener Quarantäne-Sache. Was stellt sich als auf Dauer oder in dieser Situation als unfunktional, kaputt, unbefriedigend, verbesserungsfähig heraus. Was ist problematisch physisch – psychisch? Was fehlt? Was kann man tun? Wie sich selber helfen, wie an den eigenen Haaren aus dem Sumpf ziehen? Wo hilft die kleine clevere Verbesserung, wo braucht es die große Inspiration?

b a s i s l a b o r   •   Prof. Robert Scheipner, KM Marie Radke