Ulli Grüning — spielend begreifen

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›SPIELEND BEGREIFEN‹ // DESIGNTRANSFER 2015

Am Anfang stand die Frage: Wie vereinfacht man den ersten kommunikativen Kontakt?

Kurz: Was bringt uns Menschen zusammen?

Menschliche Kommunikation beginnt immer nonverbal. Wenn wir auf die Welt kommen, erfahren wir diese in erster Linie über den direkten Kontakt. Wir „be-greifen“. Bis zu einem Alter von drei Jahren beginnt fast jede Kommunikation mit uns Unbekannten durch eine Berührung. Wenn wir etwas anfassen können und nichts schlimmes passiert, dann fassen wir Vertrauen.

Und dieses einfache Konzept, Berührung schafft Vertrauen, funktioniert bis ins hohe Alter. Der physische Kontakt zu anderen Menschen bringt uns ihnen näher. Egal ob wir sie bereits kennen oder nicht. Vor allem der Kontakt menschlicher Haut.

Ein interessantes Phänomen das diese Tatsache widerspiegelt, ist, dass sich ganz normale Haut eines anderen Menschen immer weicher anfühlt als unsere eigene…

Mit meinem Projekt „spielend begreifen“ habe ich ein Gerät geschaffen, mit dem ich Menschen inspirieren möchte sich gegenseitig im Spiel zu „begreifen“, Vertrauen aufzubauen und Kontakte zu knüpfen. „spielend begreifen“ soll die Angst nehmen auf andere Menschen zuzugehen.

Bei meinem Gerät hält jeder der fünf Mitspieler einen elektrisch leitenden Griff und ist so durch ein Kabel mit der Konsole in der Mitte verbunden. Berühren sich zwei Spieler, wird ein messbarer Stromkreis geschlossen. So erkennt das Gerät jeden Hautkontakt und kann durch Regeln und ein akustisches Feedback verschiedenste Körperkontaktspiele auf der Basis von Rhythmus und Musik umsetzen.

Der Vorteil, jeder Spieler kann selbst entscheiden wie intensiv, wie direkt er den Kontakt mit anderen herstellt. Der klassische Handschlag funktioniert hier genau so gut wie ein Küsschen auf die Wange.

Betreut von: Prof. Axel Kufus // Prof. Holger Neumann

Kontakt: ulli.gurening@gmx.de

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›spielend begreifen‹ // Rundgang 2015

 

Welche Rolle spielt körperliche Nähe in unserer Kultur?
Wie werden körperliche Berührungen erfahren?
Welche Empfindungen lösen sie aus und welche Regeln gibt es?
Der gewählte Ansatz nutzt die Möglichkeit auf spielerische Art
und Weise Berührungen und Kontakt zwischen den Menschen einzuüben,
um so mehr Sicherheit im täglichen Umgang miteinander zu ermöglichen.

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PROJEKT VORSCHLAG (2014)

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Es gibt Menschen deren Alltag von Ängsten und Hemmungen geprägt ist. Angst vor Körperkontakt, vor dem Zeigen von Gefühlen oder künstlerischem Ausdruck fallen so schwer, dass z.B. Singen oder Tanzen in der Gegenwart anderer als sehr unangenehm empfunden werden können. Busfahren, Disco Besuche oder schon das Passieren von Türen während von vorn jemand entgegen kommt können Stress hervorrufen.

Ziel:

Dieses Projekt soll Möglichkeiten der Überwindung von Ängsten und Hemmungen als spaßhaftes Gruppenerlebiss, durch die Verbindung von Musik und Bewegungen nachhaltig begünstigen, um so einen positiven Einfluss auf das soziale Miteinander hervorzurufen.

Das Konzept sieht ein Objekt vor, welches die Bewegungen und Berührungen der Teilnehmer aufzeichnet und diese zur Manipulation von Musik weiter verwertet. Diese wird in Echtzeit wahrgenommen. Die Gruppenteilnehmer sind interaktiv miteinander verbunden. Jeder einzelne kann seinen performativen Teil betragen.

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