Melis Yildiz

 

The Contestant | Master 2017

Werner Sombart schreibt 1902  in „Wirtschaft und Mode“ : “Die Mode ist des Kapitalismus liebstes Kind“.
In welchem Verhältnis steht dann der Designer zum Kapitalismus?Im Zuge der Industrialisierung hat das kapitalistische System den Superlativ des Wettbewerbs erschaffen. Sklaverei und Sweat Shops zeigen wie viel Macht der Wettbewerb über unsere Moral und Ethik hat. Sogar die Moral selber wird instrumentalisiert und in Form von Greenwashing zum Teil des Wettbewerbs.
Marketing sticht Inhalt aus und Zielgruppenanalysen ersetzen ehrliche Werke.
Dem Wettbewerb unterliegen Designer wie einem Gott. Ein Gott jedoch, der die leere Hülle und die Kopie zum neuen Götzen erklärt hat.
Verkaufen ist die neue Kunst!
Nur wer oder was funktioniert ist von Bedeutung. Performance und Multifunktion ist nicht nur von Produkten gefragt, sondern auch von Ihren Schöpfern. Likes und Follower Zahlen ersetzen Können und Authentizität.
Diskutierte Voltaire über Autor und Werk, war die Inszenierung nur ein Argument. Diskutiert man Heute über Autor und Inszenierung, ist das Werk nur noch das Argument.

Der Druck, der auf Autoren unserer Zeit lastet, ist immens. Kann tatsächlich in einem maximalen Wettbewerbs-System noch realer Content erschaffen werden? Und wie kommt es zu der Entscheidung sich Hauptberuflich in diese Branche zu begeben?
Der Designer zwischen Selbstaufgabe und Selbstdarstellung ist die These.Mit einer anfänglich ablehnenden Einstellung dem, vor allem wirtschaftlichen Wettbewerb gegenüber, konnte ich eine interessante Beobachtung machen.
Der Schaffensprozess in diesem System fordert nicht nur eine bessere Performance von dem Autor, sondern provoziert auch das gehen neuer Wege.

Um seine Rolle und Positionierung im ökonomischen System definieren zu können braucht der Autor die Bewertung. Diese ist sein Motiv sich zu messen, zu kooperieren, produzieren und grundsätzlich zu kreieren.

Der Autor wird durch das Leid animiert zu schaffen, es ist sein Kapital. Das Kapital wiederum schafft dem Autor neues Leid. Es ist sein Antrieb.