IDK | Prof. Axel Kufus und Team

ENTWERFEN UND ENTWICKELN IM DESIGN
Unsere Projekte bieten den Rahmen für experimentelle Entwurfs- und
Entwicklungsarbeiten in den Spannungsfeldern zwischen Analyse und
Spekulation, Planung und Improvisation, Erprobung und Reflektion.
Ziel sind elegante Verknüpfungen attraktiver Ideen mit der Welt,
umsichtig & treffend, weitsichtig & folgenreich.

Verknüpfen durch Design
Verknüpfen ist die klassische Kernkompetenz im Design: Funktion und Form, Mensch und Objekt, Produkt und Welt,
also auch Aufwand und Wirkung, Quantität und Qualität, Idee und Wirklichkeit – um erstmal nur wenige offene Enden zu nennen.
Diese sind aber schon jeweils selbst in einem unübersichtlichen Knäuel an Beziehungen verstrickt – der reine Tisch,
auf dem alle Fragen und Möglichkeiten akkurat nebeneinander liegen und systematisch miteinander verknüpft werden können,
um Schaltkreise zu erzeugen, ist eher eine Legende. Meist gelingt nur ein Kurzschluss, der mehr verbraucht als er der Welt zurückgeben kann. Und solange noch verbraucht werden kann, gewinnt in der Praxis der kurzfristige Markt. Die Fokussierung auf hohe Produktionszahlen kann wohl kaum noch als Finale im Designprozess gelten, vielmehr geht es um folgenverträgliche Integration neuer Entwicklungen in den Lauf der Welt.

Eleganz der Kreisläufe
Längst ist die Gestaltung von Kreisläufen die große Herausforderung – insbesondere durch Design. Um diese zu entwickeln und in die bestehenden synergetisch zu integrieren – wofür die Natur Jahrmilliarden Zeit hatte – braucht es höchste Umsicht und sensibelste Nahaufnahme, transdisziplinäres Verständnis und multiperspektivische Vorausschau, fantastische Intelligenz und hellwache Erprobung. Unsere Chance liegt darin, irgendwann zu einer Eleganz in Wertschöpfung und Teilhabe zu kommen, die durch ihre Kultur übergreifende Attraktivität unser bislang alles dominierende “Höher / Schneller / Weiter“ nach und nach entthronen könnte.

Probieren & Studieren
Im Wimpernschlag eines raschen Designstudiums stellt sich daraus die Herausforderung, das Probieren & Studieren zu kultivieren:
Modellentwicklungen als iterative Vorgehensweise im experimentellen Verknüpfen zu nutzen, um die ausgelösten Wechselwirkungen
mit treffenden Kontexten zu erproben, zu analysieren und zu reflektieren, zu variieren und multiperspektivisch zu verzweigen.
Modelle können Objekt oder Programm sein, Konstellation oder Prozess, Format, Rezeptur oder auch nur Spielfigur.

Modelle zwischen Idee und Welt
Die Ergebnisoffenheit des Experiments erfordert ein hohes Maß an Aufmerksamkeit, Interpretationsfreude und nicht zuletzt Verantwortung für die Qualität, die Modelle in jenem fruchtbaren Spannungsfeld erzeugen können: Modelle vibrieren zwischen dem Schutzraum, noch Idee zu sein und der Wirkungsmacht, schon eine Rolle in der Welt zu spielen. Manchmal hilft auch schon ein Flatterband, um einen Raum für Experimente inmitten herrschender Routinen zu schaffen – komplementär zum ReinstRaum eines Labors mitten in den Alltag platziert und damit auch im Reichtum des jeweiligen Kontextes. Und dazu das Verrücken weniger Regeln, die das klassische Nebeneinander der Disziplinen, Expertisen und damit auch der Denkweisen zu einem fruchtbaren Durcheinander gestalten. So gestalten Modelle Möglichkeitsräume, sie bleiben veränderlich und darin herausfordernd, aus kurzen Schlüssen weitere Kreise zu ziehen. Wir nennen sie Möglichkeitsmodelle.